Glasserie "Lebensspuren"

Diese Objekte gehören zu dem Zyklus "Lebensspuren".
Sie erzählen von Wunden und Verletzungen, von Enttäuschungen, von dem Gefühl auf vielen Fronten versagt zu haben.
Sie unterdrücken die Angst das Falsches gewählt zu haben, in dem Moment, in dem wichtige Entscheidungen zu treffen waren.

Ich zeige keine glatte und glänzende Fläche mehr, wie viele meiner früheren Glasobjekte, sondern versuche durch Dellen, reliefartige Fläche und Unebenheiten das Gefühl zu beschreiben, im Ungewissen leben zu müssen.
Hier und wieder ein bisschen Glanz, ein Hauch wohltuende Luft, eine kleine Lichtung.
Hier und dort leere Räume, Aussparungen, frostige Leere.
Eine winterliche Landschaft, die nach Wärme, Licht und Erlösung schreit.
Sehnsucht nach eine Harmonie, die nicht mehr zu finden ist.



Ein Paar Worte der Erklärung über meine aktuellen Arbeiten.


Zum Beginn "Mytose" hell und dunkel. Eine Reise, die in der Vergangenheit begann, voll Hoffnungen und Elan.

Durch Feuer und Flamme temperiert zu werden, eine neues Gefühl, eine Reinigung.

Da kommen die ersten zerrissene Bilder, Flächen die den gewöhnlichen Rahmen sprengen und sich nicht mehr bändigen lassen.

Dort tropft das Glas über streng geometrisch angeordnetem Metalldraht. Heiß geschmolzenes Glass erstarrt in Fäden und Tropfen, schreit nach dem verlorenen Halt.

Zerrissen: Freude und Leid, Schmerzen und Bedauern.
Keine intakte Fläche mehr. Farbnuancen, die nach Erde und Salz schmecken.

Zwei Bilder, in den das Leben wie eine pulsierende Ader von Anfang bis zum Ende schräg läuft, es überwindet Hindernisse und Abgründe, in einer Landschaft von Luft und Staub, markiert von einigen Lichtpunkten und immer tieferen Rissen.

Ausgesperrt: in einer Zeit, in der Gewalt und Unterdrückung ununterbrochen präsent sind, bleibt immer aktuell die Frage, wie lange noch Stacheldraht und Mauern stehen bleiben werden.

Die Quadratur des Kreises: Sollte die Logik über Gefühle die Oberhand bekommen?Und welche Rolle spielt die Position des Betrachters?

Das pulsierende Leben bricht aus: Neue Wege einschlagen, suchen, erforschen.

Das Tor zum Paradies: (bleibt für mich geschlossen)
...so nah, dass man fast drinnen ist, so durchsichtig, dass alles ganz deutlich zu sehen ist.
...und ich bleibe immer noch auf der gesperrten Seite.